welches Tuch?
Fragen und Antworten rund um das Thema Segeltuch:
Ich bemühe mich ein Segel mit dem optimalen Segeldesign für Sie zu entwerfen. Wie gut das Segel diese Form bei den unterschiedlichen Windstärken beibehält, hängt sehr stark vom verwendeten Segeltuch ab. Gute Formstabilität ist bei Regatten sehr wichtig, mittlerweile sind sich auch Fahrtensegler der Vorteile bewusst wie weniger Krängung, bessere Segelstellung hoch am Wind und ein leichteres einfacheres Handling des Bootes. Darüber hinaus hat ein hochqualitatives Tuch eine deutliche längere Lebensdauer. Eine geringe extra Ausgabe für besser laminiertes oder gewobenes Tuchmaterial ist also eine gute Investition.
Schon immer wurde Segeltuch auf Webstühlen hergestellt, auf denen Kett- und Schussgarne zu einem Tuch miteinander verwoben werden. Die heute dabei verwendete Technologie ist jedoch sehr fortschrittlich. Die meisten Gewebe werden aus Polyester hergestellt (auch Dacron genannt), welches in den fünfziger Jahren als ein Ersatz für Baumwolle eingeführt wurden. Gewobene Tuche sind äusserst haltbar und somit ideal für Fahrtensegel.
Laminate entstehen, indem Schichten verschiedenen Materialien zu einer Sandwich-Konstruktion miteinander verbunden werden. Ein einfaches Laminat besteht aus einem offenen Gelege (Scrim) aus Fasern und einer auf beiden Seiten angebrachten Filmschicht. Die Materialien können dabei sehr unterschiedliche sein. Von PBO, Kevlar, Pentex, Spectra über Polyester sind viele Materialien und Kombinationen möglich.
Dank dieser Filmschicht (Mylar) kann keine Luft durch das Laminat strömen, während die Belastungen vom Scrim getragen wird. Laminate sind sehr viel effizienter als gewobene Tuche, da die Fasern keinen bzw. nur sehr, sehr geringen Crimp haben.
Beim Weben eines Tuches werden die Garne schlangenförmig unter- und übereinander geführt und dies wird als Crimp bezeichnet. Wird das Tuch belastet, glätten sich die Garne und dies wird als Anfangsdehnung bezeichnet.
Ein Gelege in Laminaten wird nicht gewoben, sondern geformt. Bei diesem Vorgang werden flache Faserbänder zu einem Gitter miteinander verbunden. Kein Weben, kein Crimp und weniger Dehnung an der Fadenlinie.
Dies hängt im Wesentlichen vom verwendeten Tuch ab. Beim Weben werden die Kettfäden, die entlang dem Tuch laufende Faser um die Schussfaser gebogen, die quer zum Tuch verlaufen. Schussfasern haben somit weniger Crimp. Ein gewobenes Tuch dehnt sich also weniger entlang der Schussfaser als der Kettfaser. Gewobenes Tuch sollte also im x-cut Schnitt verwendet werden, bei denen ein Großteil der Belastung quer zum Tuch liegt. In speziellen Fällen kann jedoch auch ein gewebtes Dacron Tuch in radial Schnitten verarbeitet werden. Bei diesen Segel wird ein spezielle kettorientiertes Tuch verwendet.
Bei einem Laminat wird das Scrim-Gelege unter Spannung in einen Laminator eingeführt, wodurch die Anfangsdehnung der Kette noch weiter reduziert wird. Dies macht man wiederum sich zunutze, indem man mehr Fasern in der Kette als im Schuss verwendet. Laminate sollte also immer in Segeln mir radial Schnitten verwendet werden. Radiale Schnitte haben den Vorteil, dass verschiedene Tuchgewichte in einem Segel verwandt werden können. Dies erhöht die Leistungsfähigkeit und reduziert das Gewicht eines Segels.
Nein! Da es spezielle Laminate für Fahrtensegel gibt. Diese basieren auf Regattaprodukten und sind somit ebenso robust – andererseits bestehen sie jedoch aus einem leichten, auf beiden Seiten beklebten Gewebe. Damit sind sie genau so haltbar wie ein Dacron Gewebetuch. Ab ca. 10m Vorliekslänge sind diese Cruising Laminate im Moment das Beste auf dem Markt. Leider assoziieren viel Segler Laminate nach wie vor mit Regattasegeln mit begrenzter Haltbarkeit. Cruising Laminate sind jedoch speziell für Fahrtensegler entwickelte Segeltuche die in der Haltbarkeit keines falls einem Dacrongewebe nachstehen.
Aber natürlich! In Hinblick auf Leistung und Haltbarkeit ist ein hochqualitatives Tuch immer eine gute Investition und diese macht sich natürlich auf Dauer bezahlt.
